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Der Fuß eines Reptils als Analogie zur Haftung von Ofenbau-Mörteln

Materialkunde: Ofenbau-Mörtel

Benötigte Sorten und optimale Verarbeitung

Als Ofensetzer möchte man am liebsten mit möglichst wenigen Mörtel-Sorten auskommen, um nicht zu viele verschiedene Säcke mit auf die Baustelle nehmen zu müssen. Gleichzeitig sollen die Kosten nicht zu hoch sein und man möchte keine Kompromisse hinsichtlich der Qualität eingehen. Wie geht man also am besten damit um?

Die Wolfshöher Tonwerke haben sich dieser Frage gestellt und über verschiedene Labor-Tests ihrer Mörtel zu diesem Thema mehr Klarheit geschaffen:

Grob lassen sich Mörtel in keramisch abbindende Mörtel (härten unter Temperatureinwirkung aus) und hydraulisch abbindende Mörtel (härten bei Umgebungstemperatur aus) einteilen.

Ein Experiment der Wolfshöher Tonwerke vergleicht Mörtel hinsichtlich ihrer Haftzugfestigkeit. Probekörper aus Schamotte wurden mit entsprechendem Mörtel verbunden und verschiedenen Temperarturen ausgesetzt. Die Ergebnisse der Bruchtests zeigen: Während hydraulisch abbindende Mörtel in den niedrigeren Temperaturbereichen (z.B. Außenhülle) eine sehr hohe Haftzugfestigkeit aufweisen, sind bei höheren Temperaturen (besonders im Feuerraum, Innenausbau und in abgasberührten Bauteilen) keramisch abbindende Mörtel im Vorteil.

Diese Werte bestätigen die Vermutung: Wer mit nur einem Mörtel arbeitet und diesen in allen Bereichen der Feuerstätte einsetzt, geht immer einen Kompromiss hinsichtlich der Haltbarkeit der Verbindungen ein.
Doch wie viele Sorten werden benötigt? Die Wolfshöher Tonwerke empfehlen, sich mit einem keramisch abbindenden Mörtel und einem hydraulisch abbindenden Mörtel auszustatten. Damit können alle Bereiche der Feuerstätte gut abgedeckt werden und man hat für die speziellen Anwendungsbereiche immer einen optimalen und wirtschaftlichen Mörtel im Gepäck. Für eine dekorative Ofenoberfläche wird zudem selbstverständlich ein Ofen-Putz benötigt.

Bei der Wahl des Mörtels kommt es vor allem auch darauf an, dass dessen Längenausdehnung mit der des zu verbindenden Materials möglichst genau übereinstimmt.

Ein weiteres Experiment der Wolfshöher Tonwerke vergleicht die Längenausdehnung verschiedener Mörtel bei unterschiedlichen Temperaturen und zeigt: Je nach Zusammensetzung der Gemische wächst oder schwindet ein Mörtel bei Temperaturveränderung. Vor allem in den höheren Temperaturbereichen dehnen sich die Mörtel-Sorten sehr unterschiedlich stark aus. Weicht die Längenausdehnung des Mörtels zu stark von der Längenausdehnung des verwendeten Materials ab, besteht die Gefahr, dass die Verbindung langfristig abschert.
Perfekt abgestimmt auf die Längenausdehnung der Wolfshöher HBO+ Schamotte sind die Mörtel HKM und Uni-Plus. Zu beachten: Wie bereits im Experiment zuvor gezeigt, ist der Mörtel HKM dem Mörtel Uni Plus hinsichtlich Haftzugfestigkeit etwas überlegen. Er hält schon bei Temperaturen > 100°C besser als ein Haftmörtel.

Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist außerdem, dass der Mörtel korrekt angerührt und das zu verbindendem Material richtig vorbereitet wird.

In einem weiteren Versuch haben die Wolfshöher Tonwerke getestet, wie stark sich Ungenauigkeiten bei der Wasser-Menge für das Anmachen des Mörtels auf die Festigkeit der Schamotte-Mörtel-Verbindung auswirken. Die Ergebnisse zeigen: Sehr stark. Die Stabilität der Fuge leidet bei zu viel oder zu wenig Wasser deutlich. Es lohnt sich mit einem Messbecher zu arbeiten.

Die Ergebnisse belegen weiterhin, dass mit einem keramischen Mörtel, der nach dem Anrühren Zeit zum Mauken hat, festere Verbindungen hergestellt werden können.

Das zu verbindende Material sollte möglichst frei von Staub und Rückständen vom Nasstrennschnitt sein, bei keramischen Mörteln nur kurz bzw. bei hydraulischen Mörteln nicht oder nur ganz leicht vorgenässt werden. Außerdem erhöht eine Kontaktschicht (dünne erste Schicht vorm Auftragen der erforderlichen Schichtdicke) den Halt bei allen Mörteln wesentlich.

Sie möchten dazu mehr erfahren, die Experimente gerne einmal live sehen und selbst ausprobieren? Die Wolfshöher Tonwerke bietet dafür über Schulungstermine regelmäßig Gelegenheit. Haben Sie Interesse? Dann erfragen Sie den nächstmöglichen Termin unter marketing@wolfshoehe.de.

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