Dorfbacköfen

Eine Nische für Handwerks-Liebhaber

Gemeinschaftsbacköfen für Vereine oder Dorfgemeinden waren fast schon in Vergessenheit geraten. Jetzt sind sie aber wieder stark im Kommen und werden von der EU sogar finanziell gefördert.

Für Sie als Ofensetzer bieten „Dorfbacköfen“ ein zusätzliches Geschäftsfeld mit vielen Vorteilen.

•    Sie beweisen Kompetenz und heben sich von der Konkurrenz ab, indem Sie sich auf das Thema „Dorfbacköfen“ spezialisieren.

•    Dorfbacköfen können ein finanziell lukratives Geschäft sein: Sie entscheiden, ob Sie selbst bauen oder beratend fungieren.

•    Mit dem Bau von Gemeinschaftsöfen bringen Sie sich in Ihrer Region bei potenziellen Kunden ins Gespräch und steigern Ihre Bekanntheit.

Wir haben diese Nische deshalb zum Thema unserer Schulungen 2020 gemacht. Unter anderem wurde behandelt, welche Besonderheiten Dorfbacköfen-Projekte mit sich bringen, worauf es bei der Planung ankommt und welche Bauarten welche Vorteile haben.


Die Unterlagen unserer Schulung inklusive Anleitungen für Brotback- und Pizzaöfen finden Sie am Ende dieses Beitrags oder in unserem Download-Bereich.


Die wichtigsten Aspekte fassen wir hier noch einmal für Sie zusammen:

Die Besonderheiten in der Planungsphase

Kundenwünsche

Je nachdem, wie der Backofen später genutzt wird, bieten sich bestimmte Konstruktionen mehr oder weniger gut an.

Deshalb empfiehlt es sich bereits im ersten Schritt der Planung möglichst alle späteren Nutzer zu befragen, wie häufig und mit welcher Dauer sie den Ofen nutzen möchten und welche Speisen sie planen, darin zuzubereiten. Denn jede Speise hat ihre eigenen Anforderungen (an Temperatur, Zeit und Backraum-Klima), die eine passende Backofenkonstruktion erfüllen kann.

Welche geometrische Form für welche Speise geeignet ist, lesen Sie weiter unten in dem zweiten Abschnitt „Bauart und Geometrie“.

Finanzierung

Eine große Hürde zu Beginn ist nicht selten die Frage nach der Finanzierung.

Zwei Möglichkeiten zur Unterstützung möchten wir an dieser Stelle aufzeigen: Eine Möglichkeit ist, dass man Spender und Sponsoren akquiriert. Crowd-Funding Plattformen können hier eine große Hilfe sein. Oder man versucht, in den Genuss einer Förderung zu kommen. Das EU-Programm LEADER fördert die nachhaltige ländliche Regionalentwicklung. Darunter fallen auch Kleinprojekte, die das bürgerschaftliche Engagement unterstützen, wie eben auch Gemeinschaftsbacköfen. Anlaufstelle dafür sind die jeweils lokalen Aktionsgruppen (LAG).

Rechtliche Vorschriften

Je nach Land, Bundesland und auch Landkreis gelten häufig ganz verschiedene Vorschriften. Am besten klärt man deshalb mit dem zuständigen Bauamt bereits im Vorfeld ab, welche regionalen Gesetze und Genehmigungen einzuhalten sind.

Wird ein altes Backhaus restauriert, steht dies möglicherweise unter Denkmalschutz. In dem Fall ist es ratsam, auch die Denkmalschutzbehörde frühzeitig einzubeziehen.

Die Bauart und Geometrie der Konstruktion

Speicherbackofen vs. Ständig befeuerter Backofen

Grundsätzlich gibt es bei Backöfen zwei Bauarten:
„Speicherbacköfen“ und „ständig befeuerte“ Backöfen.

Bei einem „Speicherbackofen“ wird die Energie langanhaltend in die Schamottesteine des Backraumes eingespeichert, so dass man mehrere Stunden (bei leicht abfallender Temperatur) Speisen zubereiten kann. Dies ist perfekt geeignet zum Backen von Brot.

Für das Zubereiten von Pizzen und Flammkuchen bieten sich hingegen „ständig befeuerte“ Backöfen an. Bei diesen wird der Backofen nach dem Abbrand einer größeren Menge Brennholz durch die permanente Zugabe von kleinen Brennholzmengen (meist im hinteren oder Randbereich des Backraums) weiter beheizt. So erreichen diese Backöfen über einen langen Zeitraum hohe Temperaturen von 300 – 350°C.

Geometrie: Rechteckig, Tunnel, Kuppel oder Birne

Die einfachste Backraumform ist das Rechteck. Verwendet man hochwertige Schamotteplatten, sind Backraum-Spannweiten bis zu ca. 75 cm möglich.

Die komplexeste Form ist die Birnenform, welche häufig in Franken und Österreich zu finden ist. Sie stellt an den Backofenbauer handwerklich die größte Herausforderung dar, da es hierfür keine fertigen Formsteine gibt. Dafür ist diese Form aber sehr flexibel in der Nutzung.

Soll der Backofen zum Brotbacken eingesetzt werden, ist der klassische Speicherbackofen mit Tunnelgewölbe (Walzenform) die richtige Wahl. Umgesetzt wird dieser mit Keil- oder Normalformatsteinen mit Backraum-Breiten von 75 cm – 250 cm. Um einen geringen Brennstoffverbrauch und eine optimierte Wärmeübertragung auf das Backgut zu erreichen, können bei dieser Gewölbeform sehr flache Backräume mit nur ca. 25 cm Höhe realisiert werden.

Für ständig befeuerte Pizzaöfen eignet sich am besten das Kuppelgewölbe.
Die Besonderheit dieser Konstruktion ist, dass die Öffnung sowohl für die Verbrennungsluft als auch für das Abgas dient.

Unterlagen zum Download:

Hier finden Sie unsere Präsentation aus der Schulung zum Download als PDF:
>> Schulungsunterlagen

Alle Informationen und die Preise unserer Kuppelsteine finden Sie in unserem Produktdatenblatt:
>> Produktdatenblatt “Kuppelsteine”

Ein Service für Sie: Entdecken Sie unsere Planungshilfen für Pizza- und Tunnelbacköfen (jeweils in 4 Größen):
>> Planungshilfen für Pizzakuppeln >> Planungshilfen für Tunnelbacköfen

Allgemein
X